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19.04.2023
Menschenrechte — Ausschuss — hib 284/2023
Regierung: Zwangsinternate für tibetische Kinder schließen
Berlin: (hib/SAS) Die Bundesregierung zeigt sich besorgt über die sich zunehmend verschlechternde
Menschenrechtslage in Tibet. Die Forderung des UN-Sozialausschusses nach einem Ende von
Zwangsinternaten für tibetische Kinder und von Zwangsansiedlungen von tibetischen Nomaden
unterstütze man ausdrücklich, sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes am Mittwoch während der
Sitzung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.
Im Rahmen ihrer gegen die tibetische Sprache, Kultur und Religion gerichteten Assimilationspolitik
verletzten chinesischen Behörden systematisch Menschenrechte. Zu den Methoden gehörten
Umerziehungskampagnen, willkürliche Internierungen und ein umfassendes Programm der
Zwangsansiedlung, erklärte der Außenamts-Vertreter. Rund zwei Millionen Menschen mit
nomadischer Lebensweise seien davon betro]en. Zu dem breitangelegten Angri] auf die tibetische
Identität gehöre auch ein System von Zwangsinternaten für tibetische Kinder.
Die Möglichkeiten zur Beschulung in Tibet seien durch die Schließung von Schulen systematisch
reduziert worden. So seien tibetische Kinder gezwungen, unter der Woche in den Städten ein
Internat zu besuchen, wo sie fast ausschließlich auf Mandarin unterrichtet würden. Das Ziel sei klar,
so der Regierungsvertreter: Es gehe um das Verdrängen der tibetischen Sprache und Kultur.
Während in den von Han-Chinesen bewohnten Regionen die Internatsquote bei etwa 20 Prozent
liege, besuchten in Tibet etwa eine Million und damit 90 Prozent der tibetischen Kinder ein Internat.
Vor diesem Hintergrund schließe man sich den Forderungen des UN-Sozialausschusses an,
Zwangsinternate zu schließen und Zwangsansiedlung zu stoppen. Vor dem Menschenrechtsrat der
Vereinten Nationen habe Deutschland im März in einem gemeinsamen Statement der Europäischen
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